Auf ein Wort 

Zum Geleit Frühling 2017

 

„So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tag seine Werke, die er  machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“   Genesis 1,2  1-3  


Liebe Gemeinde!

Am 1. März war Aschermittwoch. Die Passionszeit hat begonnen. Viele Menschen begehen sie als Fastenzeit, als eine Zeit mit „7 Wochen ohne“.

Die diesjährige Fastenzeit steht unter dem Motto „Augenblick mal – 7 Wochen ohne sofort!“ Zum Beispiel: nicht sofort loslegen, nicht sofort entscheiden, nicht sofort aufgeben. Stattdessen Gottes Zeit feiern, Dinge in Ruhe überschlafen und überdenken.

Zum Thema „Gottes Zeit feiern“ habe ich vom Theologen und Schriftsteller Fulbert Stefensky etwas gelesen, das ich an dieser Stelle an Sie und euch weitergeben möchte.

„Zu einem guten Arbeiter“, so schreibt Steffensky, „gehört es, dass er aufhören kann, zu arbeiten und dass er keine Angst vor der Ruhe hat. Es gibt eine Emsigkeit, die nur getarnte Faulheit ist. Ich misstraue dem Fleiß derer, die ewig betonen, sie hätten keine Zeit für Musik, für ein Buch, für ein Gebet, für den Gottesdienst. Dies sind Dinge, die keine Zwecke haben, und gerade darum müssen wir sie retten. Welch Schönheit und Kühnheit dem knechtischen Leben mit dem Sonntag sein endgültiges Recht zu bestreiten; sich die Poesie der Lieder und Gebete zu erlauben, andere Kleider anzuziehen, besser zu essen und zu trinken, und damit die zu spielen, die wir erst sein werden!“

Eine störrische Größe hat der Sonntag. Menschen entziehen sich dem Diktat des Funktionierens. Die Zeit und die Kräfte der Menschen und Tiere liegen brach. Für einen Tag verweigern sich Menschen dem Reich der Zwänge.

Abraham Herrschildt sagt vom Sabbat – und das gilt für den Sonntag genauso - : den Sabbat feiern bedeutet, unsere letzte Unabhängigkeit von Zivilisation und Gesellschaft zu erfahren, von Leistung und Angst. Der Sabbat ist eine Verkörperung des Glaubens, dass alle Menschen gleich sind, und dass die Gleichheit der Menschen ihren Adel ausmacht. Die größte Sünde des Menschen ist es, zu vergessen, dass er ein Königskind ist.

Das wünsche ich uns in dieser Passionszeit, dass es uns gelingt, am Sonntag, und auch mal zwischendurch, Gottes Zeit zu feiern.

Und mit diesen Gedanken sende ich herzliche Grüße in unsere Dörfer und Häuser.         

  

Ich  sende herzliche Grüße in unsere Dörfer undHäuser.

Ihre Meike Meves-Wagner,Pastorin